Valentinstag

Heute ist Valentinstag. Wie Hollywood und eine Reihe von Schriftstellern seit dem 14. Jahrhundert es uns gelehrt hat, ist das ein Tag der Liebe. Und wie die Blumen- und Schokoladenindustrie es uns gelehrt hat, ist es ein Tag, an dem man möglichst Blumen und Schokolade verschenken sollte.
Wenn man es nicht mit romantischer Liebe in Verbindung bringt, dann hat man vielleicht noch im Kopf, dass an dem Tag ein Massaker in Chicago stattgefunden hat, für das sich Al Capone verantwortlich zeichnete.
Aber woher kommt der Tag wirklich? Wer war Valentin?

Valentin war ein oder mehrere Heilige, die sich im dritten Jahrhundert in Rom herumgetrieben haben. Warum war das nicht nur einer, sondern mehrere? Weiß keiner so genau, weil sich so viel widerspricht. Man ist sich aber ziemlich einig darüber, dass Valentin als Märtyrer (nicht als Mehrtürer) starb, nachdem er den römischen Kaiser genervt hatte.
Wie hat er ihn genervt?
Er hat Trauungen durchgeführt. Das Problem daran war, dass es angeblich ein Gesetz gab, welches verheiratete Männer davon abhielt, in der römischen Armee zu dienen. Im Grunde hat er also Leute davor bewahrt in den Krieg zu ziehen. Abgesehen davon, war er natürlich ein Christ und hat christliche Trauungen durchgeführt. Und im dritten Jahrhundert reagierte das Römische Reich darauf in der Regel mit einer großen Show im Kolosseum, wo man als Christ zwar im Mittelpunkt stand, aber eben auch von wilden Tieren zerfleischt wurde. Was man nicht alles für fünf Minuten Ruhm tut, nicht wahr?
Allerdings wurde Valentin nicht von wilden Tieren gefressen. Nachdem er festgenommen wurde, heilte er im Gefängnis noch schnell die Tochter des Gefängniswärters von Blindheit. Sonst ist in einem Gefängnis auch nicht viel zu tun, gell?
Und der Kaiser Claudius fand Valentin offenbar auch ganz okay, weswegen er ihm sagte: »Alter, wie isset, willste nich römischer Priester werden. Pro: Du bleibst am Leben. Contra: Christentum kannste vergessen.«
Und Valentin darauf: »Och, hm, nö.«
Und Claudius: »Echt jetzt?«
Und Valentin so: »Red ich Spanisch oder was?«
Das fand der Kaiser irgendwie doof und sagte deswegen seinen Männern, dass sie ihn mit Keulen und Steinen totschlagen sollten. Hat aber nicht geklappt.
Valentin: »Lebe noch. LOL.«
Also hat man ihm den Kopf abgeschlagen.

Der Brauch, irgendwelche Karten zu überreichen, kommt übrigens daher, dass Valentin der Gefängniswärtertochter zum Abschied eine Notiz hinterließ, auf der »Dein Valentin« stand. Nur so nebenbei.

Seine Gebeine liegen mittlerweile angeblich in ca. einem Dutzend verschiedener Kirchen rund um die Welt. Im späten 18. Jahrhundert gab der Papst die angeblichen Gebeine einer Kirche in Madrid mit dem Auftrag: »Hier, hebt ihr das auf.« Dort kann man sie auch heute noch begutachten.

Der heilige Valentin ist der Schutzpatron der Jugendlichen, Reisenden und aus irgendeinem Grund der Imker. Er soll zur Bewahrung der jungfräulichen Unschuld und zu einer guten Verlobung und Heirat verhelfen, was irgendwie ironisch ist, wenn man bedenkt, was viele Leute, gerade in Amerika, an diesem Tag tun. Er wird bei Wahnsinn, Epilepsie und Pest angerufen. Weil das vermutlich mit dem ganzen Konzept der Liebe am besten zu vereinbaren ist.

Also wer seiner oder seinem Liebsten heute ein Valentinstag-Geschenk macht, möge daran denken, dass das irgendwie des Wahnsinns ist.

In diesem Sinne: Einen schönen Valentinstag!

 

Bei diesem Text handelt es sich ursprünglich um ein Facebook-Posting von 2018.